„Wir sind nicht krank, wir sind wütend!“ – Feministische Ansätze in Beratungs- und Therapiesettings als radikale Praxis
Die Tagung widmet sich feministischen Therapie- und Beratungsansätzen als gesellschaftskritische, politische und solidarische Praxis. Gemeinsam möchten wir historische Entwicklungen feministischer Therapiebewegungen aufgreifen und deren Bedeutung für aktuelle Debatten zu psychischer Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit, Diskriminierung, Care-Arbeit, Empowerment und gesellschaftlicher Teilhabe diskutieren.
Im Zentrum stehen Fragen von Haltung, Parteilichkeit und Verantwortung in Beratungs- und Therapiesettings: Was bedeutet es, Menschen nicht ausschließlich individualisiert zu betrachten, sondern ihre Erfahrungen im Kontext gesellschaftlicher Bedingungen zu verstehen? Welche Haltung braucht Begleitung angesichts von Erschöpfung, Selbstzweifeln, Leistungsdruck oder diskriminierenden Erfahrungen? Und wie lässt sich Handlungsfähigkeit stärken, ohne in Logiken der Selbstoptimierung zu geraten? Wir schauen auf den Beitrag feministischer Ansätze für die 1:1 Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Beratungs-Settings und wie diese auch aus intersektionalen, antirassistischen und queeren Perspektiven weiterentwickelt werden können. Hier finden Sie den Begleittext zur Tagung und den Hintergrund ihrer Entstehung.
Die Tagung wird von der Frauenakademie München (FAM) in Kooperation mit dem Frauenzentrum Augsburg e.V. organisiert. Sie richtet sich an Interessierte aus Praxis, Forschung, Bildung, Zivilgesellschaft und Politik.
Programm (PDF)
Donnerstag, 30. Juli 2026 | 18:00–21:30 Uhr
Öffentliche Abendveranstaltung
Die Abendveranstaltung eröffnet die Fachtagung mit einem Fishbowl-Gespräch zur Geschichte, Aktualität und Zukunft feministischer Therapie- und Beratungsansätze. Im Podium sitzen die Gründerin des Frauentherapiezentrums und Zeitzeugin Polina Hilsenbeck, die Psychotherapeutin Miranda Ala mit Schwerpunkt auf queere und migrantische Psychotherapie, die Sozialpädagogin Sherin Ahmed aus der feministischen Mädchen*arbeit und die Soziologin, Sozialarbeiterin und wiss. Mitarbeiterin Sandra Eck.
17:30-18:00: Ankommen
18:00-21:30: Veranstaltung mit Pausen
Freitag, 31. Juli 2026 | 09:30–17:15 Uhr
Tagungswerkstatt
09:30-10:00 Uhr: Ankommen
10:00–10:15 Uhr
: Begrüßung, Einführung und gemeinsame Erwartungen
10:15–11:30 Uhr:
Fachliches Speeddating: Erfahrungsaustausch und Kennenlernen
11:40–12:30 Uhr
: Literarisches Zwiegespräch zum Geschlechterbegriff und seinen Wirkungsweisen in Beratungs- und Therapiesettings
12:30–14:00 Uhr
: Mittagspause
14:00–17:00 Uhr: Parallele Workshops-Session zu den Themen:
- Kritisch-feministischer Blick auf Diagnosen und Psycho-Diagnostik (Annette Heinloth)
- Queering Feministische Beratung (Sandra Eck)
- Die politische und emanzipatorische Dimension von Wut verstehen und hinterfragen (Rebecca Gulowski und Michaela Zöhrer)
- Open Space: Platz für selbstorganisierte Themen und weiteren Austausch
17:00–17:15 Uhr : Abschlussrunde und Möglichkeiten zukünftiger Vernetzung
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei. Wir freuen uns über Spenden.
Anmeldungen nehmen wir gerne per E-Mail an info@frauenakademie.de entgegen. Anmeldungen zu den einzelnen Tagen sind möglich.
Datum
30.07.26 – 31.07.26
Ort
Grandhotel Cosmopolis, Springergäßchen 5, Augsburg
Weitere Veranstaltungen:
